Assessmentcenter

Ich bin's, Ausbilder

Endlich eine Einladung zum Auswahltest oder Assessmentcenter, damit steht schon einmal ein Fuß in der Tür zum Unternehmen! Ob es weitergeht, entscheidet dann unter anderem, wie gut und vorbereitet sich der Kandidat präsentiert.

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Assessmentcenter
03.02.2015
  • Von: Dagny Riegel

Die Bewerbung hat dem Unternehmen gefallen, jetzt will es sich ein detailliertes Bild vom Kandidaten und seinen Stärken machen. Das ist ein erster Erfolg. Nun geht es darum, sich auf den Auswahltest oder das Assessmentcenter vorzubereiten, um die Situation so ruhig und souverän wie möglich zu meistern. 

Auswahltest und Assessmentcenter

Vor allem größere Unternehmen, bei denen sich viele bewerben, machen mehrere Auswahlrunden, zu denen auch Tests gehören können. So prüfen sie verschiedene Fähigkeiten wie Sprachgebrauch, Rechenkenntnisse, aber manchmal auch die Persönlichkeit, je nach Firma oder Ausbildungsstelle. Zugleich wollen sie sehen, wie der Bewerber auf Zeitdruck reagiert.

Einige Betriebe wollen vorab nicht nur Allgemeinbildung und ähnliches testen, sondern auch  Teamfähigkeit, freies Sprechen vor Publikum oder das Argumentieren in der Gruppe. Dafür kombinieren sie Einzelarbeiten, Rollenspiele, Interviews und ähnliches. Solche Verfahren können „Auswahlrunde“, „Bewerbertag“, oder „Assessmentcenter“ heißen. „Assess“ bedeutet „beurteilen“, und genau darum geht es den Mitarbeitern der Personalabteilung.

Vor dem großen Tag

Testtraining: Ein paar Tests herunterladen und üben, um ein Gefühl für die Art der Fragen zu bekommen. Zum Beispiel bei der Agentur für Arbeit.

Zeitdruck: für die Aufgaben eine Stoppuhr daneben legen, das hilft auch einzuschätzen, wie weit man in welcher Zeit kommt und sich die Aufgaben einzuteilen.

Allgemeinwissen: vielleicht ein Probe-Abo einer Tageszeitung machen, die Leseecke in der Stadtbibliothek nutzen oder online auf dem Laufenden halten.

Kurzpräsentation: Sich selbst in fünf bis zehn Minuten den Eltern oder Freunden vorstellen oder sich dabei mit der Kamera aufnehmen. Hinterher (zusammen) überlegen, was gut war und was besser sein könnte:

  • Lebenslauf sortiert erzählt?
  • Stärken sympathisch präsentiert?
  • Eignung und Interesse für die Ausbildungsstelle im Betrieb erklärt?
  • Laut, deutlich und in Zuhör-Tempo gesprochen?
  • Freundlich geschaut, Blickkontakt gesucht, locker und aufrecht gestanden?

Da Assessmentcenter so unterschiedlich sind, konzentriert man sich vorher am besten auf grundlegende Fähigkeiten wie das Sprechen vor Gruppen, Argumentieren und die Selbstdarstellung.

Mit etwas Glück findet sich ein Azubi, der in dem Unternehmen an einem Test oder Assessmentcenter teilgenommen hat und davon berichten kann. Dabei könnte die Jugend- und Auszubildendenvertretung im jeweiligen Betrieb helfen.

Trainings bietet neben der Arbeitsagentur auch die Volkshochschule an, die dafür nicht viel Geld nimmt und bei der Stiftung Warentest ähnlich gut abschnitt wie teure private Anbieter.

Der große Tag...

...beginnt gut ausgeschlafen und in Ruhe mit einem Frühstück.

Für zwischendurch etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen einpacken. Kaugummi macht sich dagegen weniger gut, eine Knoblauch-Wolke auch nicht.

Kuli, Bleistift, Radiergummi sind praktisch zum Schreiben und sollten mit. Genau wie ein Taschentuch.

In gepflegter Kleidung, mit Frisur auf dem Kopf und pünktlich punktet man schon, bevor es richtig los geht. Deshalb vorher den Weg inklusive verspäteter Bahn genau planen, das  Hemd bügeln und einen Blick in den Spiegel werfen.

Der einzige Termin ist heute der Test, damit es keinen unnötigen Stress mit der bösen Uhr gibt.

Handy am Eingang zum Gebäude ausschalten.

Freundliche und hörbare Begrüßung mit Blickkontakt und Handschlag. Auch zu den „Konkurrenten“ nett sein, die Personaler achten auch darauf. Sogar in der Pause und beim Abschied.

Bei Präsentationen auch auf Körpersprache, deutliche Aussprache und freundlichen Gesichtsausdruck achten. Technische Hilfsmittel ruhig nutzen. So sehen die Prüfer, dass man weiß, wie man auf ein Flipchart schreibt oder Moderationskarten verwendet. Außerdem kann man sich beim Reden an etwas festhalten, das gibt Sicherheit. Beim Reden aber immer ans Publikum wenden und die Zuhörer anschauen.

Die Redezeit einhalten und am Ende einer Präsentation fragen, ob jemand noch etwas wissen möchte.

Den anderen zuhören, nicht nur in der Gruppendiskussion, sondern vorsichtshalber auch bei Präsentationen. Humorvolle Prüfer fragen nämlich vielleicht zum Vortrag des Mitbewerbers etwas.  

Keine Panik, wenn die Zeit für Test-Aufgaben nicht reicht, das ist Teil des Spiels.

Trotzdem die Aufgabenstellung genau lesen und dann die Aufgaben zuerst bearbeiten, die zügig von der Hand gehen. Nicht an den komplizierten Testfragen festbeißen.

Tief durchatmen, wenn es stressig wird.

Belohnung für hinterher einplanen – egal wie es gelaufen ist.

Eine Absage heißt nicht unbedingt, dass man nicht geeignet ist, selbst wenn der Test „Eignungstest“ hieß. Die Betriebe laden nur die besten Bewerber ein, und eine genaue Vorbereitung wie auf eine Klassenarbeit ist nicht möglich. Trotzdem hilft es vielleicht fürs nächste Mal, den Test oder das Assessmentcenter nochmal in Ruhe durchzugehen und zu überlegen, was gut war und was besser sein könnte.

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