Gute Arbeit

Gesundheit gefährdet

Fit und sorglos in Rente - das ist für immer mehr Arbeitnehmer eine Wunschvorstellung. Denn viele Beschäftigte leiden unter ihren Arbeitsbedingungen. So halten zwei von fünf Beschäftigten ihren Job für gesundheitsgefährdend. Und 38 Prozent glauben nicht, dass sie in ihren Beruf bis zur Rente durchhalten können. Das geht aus einer Untersuchung der Krankenkasse DKV hervor.

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Fit und sorglos in Rente - das ist für viel Arbeitnehmer eine Wunschvorstellung.

Große Teile der Beschäftigten leiden unter ihren aktuellen Arbeitsbedingungen. Hoher Zeitdruck, immer komplexere Arbeitsaufgaben und eine enorme Leistungsverdichtung prägen heute ihren Alltag. Und das geht auf die Gesundheit.

In einer Umfrage der Krankenversicherung DKV stimmten 38 Prozent dem Satz zu: "Wenn man gesund bleiben will, sollte man meinen Beruf nicht bis zum Rentenalter ausüben". 45 Prozent lehnten ihn ab. Vor allem Arbeiter und Facharbeiter sind überzeugt, dass ihre Tätigkeit auf die Knochen geht: 51 Prozent von ihnen meinen, dass man ihren Beruf lieber nicht bis zum Rentenalter ausüben sollte. Bei den Beamten sind es 39 Prozent, bei den in der Wirtschaft Beschäftigten 36 Prozent. Am zuversichtlichsten sind Selbstständige: Nur jeder Vierte hält die eigene Tätigkeit für gesundheitsgefährdend.

Ob körperliche oder psychische Belastung - immer wieder belegen Studien die alarmierende Situation vieler Arbeitnehmer. So erwarten laut einer Langzeitstudie des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie (Inifes), die 2011 veröffentlicht wurde, 54 Prozent aller Beschäftigten, die schwere körperliche Arbeit verrichten, dass sie nicht bis zum offiziellen Rentenalter durchhalten. Beschäftigten mit starken psychischen Belastungen durch ihre Arbeit ergeht es kaum besser: In dieser Gruppe gehen rund 47 Prozent davon aus, dass sie vorzeitig das Handtuch werfen.

"Die größte Sorge vieler Beschäftigten ist, ob sie es gesund in den Ruhestand schaffen", sagt Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE. "Die Voraussetzungen dafür sind ganz unterschiedlich, und deshalb brauchen wir flexible Übergänge in den Ruhestand." Die IG BCE fordert deshalb eine Kombination aus Teilrente und tariflich gestalteter Teilzeitarbeit. Mit dem Demografie-Tarifvertrag II sind die Tarifpartner in der chemischen Industrie auch schon in Vorleistung getreten. 

Die Bundesregierung zeigt sich in der Rentenfrage bisher ohne große Lösungen. Deshalb hat die IG BCE gemeinsam mit dem DGB ein Konzept entwickelt.

Die wichtigsten Eckpunkte:

  • Rücknahme der Beitragssenkung, stattdessen schrittweise und berechenbar eine Erhöhung auf 22 Prozent, um das Rentenniveau für alle zu verbessern
  • Eine garantierte Rente von 850 Euro, indem die Beiträge von Geringverdienern aufgestockt werden
  • Eine deutliche Aufwertung der Rente bei Erwerbsunfähigkeit
  • Flexible Übergänge in die Rente, insbesondere durch die Einführung einer Teilrente

 

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